Multi-Orbit-Konnektivität effizient betreiben
Die Satellitenkommunikation wird zunehmend vielfältiger. GEO spielt weiterhin eine wichtige Rolle, LEO-Konstellationen eröffnen neue Möglichkeiten und MEO ergänzt die Konnektivitätslandschaft um eine weitere Ebene. Für Kunden ist das Potenzial groß: Unterschiedliche Netzwerke und Technologien lassen sich kombinieren, um Konnektivitätsdienste flexibler, resilienter und besser auf individuelle Anforderungen auszurichten.
Doch welche operative Herausforderung wächst hinter diesem Versprechen?
Mehr Netzwerke können auch mehr Komplexität bedeuten
Ein zusätzliches Satellitennetzwerk erweitert nicht nur Kapazität oder Abdeckung. Es kann auch ein weiteres Managementsystem, zusätzliche APIs, eine eigene Terminologie, unterschiedliche Leistungskennzahlen sowie neue Prozesse für die Bereitstellung und Verwaltung von Services mit sich bringen.
Mit einem wachsenden Portfolio müssen die agierenden Teams daher häufig mit immer mehr Systemen arbeiten, um einen Service bereitzustellen, den der Kunde letztlich als eine einzige Konnektivitätslösung wahrnimmt.
Die Herausforderung besteht somit nicht mehr nur darin, verschiedene Netzwerke miteinander zu verbinden. Es geht darum, sie in einer zentralen Plattform für Netzwerke, Services und Betriebsprozesse – mit einer einheitlichen und verlässlichen Informationsbasis.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Nehmen wir einen Service Provider, der Konnektivität über unterschiedliche Satellitennetzwerke anbietet. Ein Kunde möchte einen neuen Service aktivieren, eine bestehende Konfiguration ändern oder nachvollziehen, wie sich die Konnektivität an seinen verschiedenen Standorten oder Assets entwickelt.
Hinter einer scheinbar einfachen Anfrage können zahlreiche operative Schritte stehen: Das passende Netzwerk und die benötigten Ressourcen müssen identifiziert, der Service konfiguriert, Berechtigungen koordiniert, Performance-Daten erfasst und die daraus gewonnenen Informationen den richtigen Nutzern zur Verfügung gestellt werden.
Erfordert jedes Netzwerk dafür eigene Prozesse und Tools, wächst die Komplexität mit dem Portfolio.
Das betrifft nicht nur das Network Operation Center. Die Auswirkungen reichen von der Servicebereitstellung über den Support und das Produktmanagement bis hin zur Customer Experience.
Eine operative Ebene oberhalb der Netzwerke schaffen
Genau hier gewinnt Software-Orchestrierung zunehmend an Bedeutung. Anstatt Teams dazu zu zwingen, jedes zugrunde liegende Netzwerk separat zu betreiben, kann eine Orchestrierungsebene Informationen und Prozesse aus heterogenen Infrastrukturen in einer gemeinsamen operativen Umgebung zusammenführen.
G&S SatConnect® folgt genau diesem Prinzip.
Die Plattform integriert unterschiedliche Satellitennetzwerke, Technologien und operative Systeme in einer einheitlichen Softwareumgebung. Netzwerk- und Serviceinformationen können vereinheitlicht, operative Prozesse automatisiert und Services über die zugrunde liegende Infrastruktur hinweg verwaltet werden.
Dabei geht es nicht darum, die einzelnen Satellitentechnologien oder deren Network Management Systems zu ersetzen. Vielmehr soll die operative Komplexität reduziert werden, die durch die Arbeit mit unterschiedlichen Systemen entsteht.
Mit der Weiterentwicklung von Satellitenportfolios gewinnt genau diese Unterscheidung zunehmend an Bedeutung.
Von Netzwerkkomplexität zu einer einfachen Customer Experience
Kunden sollten nicht jedes System verstehen müssen, das hinter ihrem Konnektivitätsservice arbeitet. Sie möchten wissen, welche Services verfügbar sind, wie diese funktionieren und ob sie sich anpassen lassen, wenn sich die eigenen Anforderungen ändern. Genau deshalb gehören Orchestrierung, Automatisierung und Service Management zunehmend zusammen.
Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von Eutelsat Network Solutions und G&S SatCom und das eingeführte und auf G&S SatConnect® basierende Online Management Tool. Die Lösung ermöglicht autorisierten Nutzern, Services über die OneWeb-LEO-Konnektivität zu planen, bereitzustellen, zu verwalten und anzupassen. Gleichzeitig werden relevante Informationen zu Services, Nutzung und Performance in einer gemeinsamen Umgebung zusammengeführt.
Die konkrete Implementierung ist auf die Anforderungen von Eutelsat Network Solutions zugeschnitten. Die dahinterstehende Herausforderung betrifft jedoch die gesamte Branche: Wie lassen sich immer komplexere Konnektivitätsinfrastrukturen einfacher betreiben und nutzen?
Der nächste Schritt bei Multi-Orbit ist operativ
Die Satellitenindustrie hat enorme Fortschritte dabei gemacht, Kunden immer mehr Konnektivitätsoptionen zur Verfügung zu stellen. Nun muss die Softwareebene mit dieser Entwicklung Schritt halten.
Der Wert von Multi-Orbit- und Multi-Network-Konnektivität wird künftig nicht allein davon abhängen, wie viele Netzwerke ein Anbieter bereitstellen kann. Entscheidend wird auch sein, wie effizient sich diese Netzwerke in skalierbare und einfach zu verwaltende Services überführen lassen. Für Betreiber und Service Provider bedeutet das, über die reine Konnektivität hinauszudenken und sich eine weitere Frage zu stellen:
Wird mit der zunehmenden Vielfalt unseres Netzwerkportfolios auch unsere operative Umgebung immer komplexer?
G&S SatConnect® unterstützt Satellitenbetreiber und Service Provider dabei, heterogene Konnektivitätsumgebungen zusammenzuführen, operative Prozesse zu automatisieren und Services über eine einheitliche Softwareebene zu verwalten.
Mehr Informationen zu G&S SatConnect®.